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Christus spricht:
Ich war tot, und siehe,
ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offb 1, 18b

Liebe Mitglieder des FöVe Stiftskirche,

dieses Osterfest ist bislang einmalig. So etwas gab es noch nie. Keine Gottesdienste in unserer Stiftskirche. Kein Osterfeuer in der Osternacht. Kein Ostereiersuchen der Kinder nach dem Familiengottesdienst am Ostermontag im Kirchgarten der Stiftskirche. Und ich kann keinen Ausblick auf unsere nächsten Aktivitäten geben. Alles steht unter Fragezeichen. Aktuelle Informationen unter: www.musikstiftskirche.de

Es ist kein Krieg. Es ist ein Virus.

Die Stiftskirche ist eine Kirche, die von ihrem Herkommen für Ökumene steht. Es gab keine Bilderstürmerei. Es gibt die Madonna von St. Arnual. Die  TelefonSeelsorgeSaar gestaltet am dritten Sonntag im dritten Monat den Gottesdienst in der Stiftskirche. Evangelische und Katholiken machen das zusammen. Die ökumenische Andacht zum Daarler Laternenumzug zu St. Martin findet auch in der Stiftskirche statt. Danach ziehen die Kinder mit ihren Laternen auf den Wackenberg zum Martinsfeuer.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – geht mir gerade jetzt die Frage 27 und die Frage 28 mit ihren Antworten des Heidelberger Katechismus (1563) durch den Kopf. Es ist die Schrift des reformierten Bekenntnisses, die neben dem lutherischen Bekenntnis in der Evangelischen Kirche im Rheinland steht. Das lutherische Bekenntnis prägt das Leben in der Stiftskirche. Diese Passage des Heidelberger Katechismus ist sehr umstritten. Gerne möchte ich Sie einladen, sich über diese bislang einmaligen Ostertage mit diesem Gut der Reformation zu beschäftigen:

FRAGE 27: Was verstehst Du unter Gottes Vorsehung?

Die allmächtige und überall gegenwärtige
Kraft Gottes,
durch die er Himmel und Erde
mit allen Geschöpfen
wie durch seine Hand erhält und regiert;
denn Laub und Gras,
Regen und Dürre,
fruchtbare und unfruchtbare Jahre,
Essen und Trinken,
Gesundheit und Krankheit,
Reichtum und Armut
und alles andere
wird uns nicht durch Zufall,
sondern durch Gottes väterliche Hand
zuteil.

FRAGE 28: Was nützt uns die Erkenntnis von Gottes Schöpfung und Vorsehung?

Wir sollen
in allem Unglück geduldig,
im Glück dankbar
und im Blick auf die Zukunft
voller Vertrauen
zu unserem treuen Gott und Vater sein;
denn nichts wird uns von seiner Liebe scheiden,
weil alle Geschöpfe so in seiner Hand sind,
dass sie sich ohne seinen Willen
weder regen
noch bewegen können.

So wünsche ich Ihnen ein besinnliches Ende der Passionszeit und feiern Sie Ostern in häuslicher Gemeinschaft.

Bleiben Sie gesund.

Herzliche Grüße

Dr. Michael Franz

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