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Dies ist der Titel einer Handreichung zur Arbeit in evangelischen Kindertageseinrichtungen, die der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) 2020 beschlossen hat.

Die Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege haben in dem letzten Vierteljahrhundert eine ganz erhebliche Aufwertung erfahren. Zum vormittäglichen „Regelplatz“ ist der „Ganztagsplatz“ hinzugetreten, der immer mehr das Leben in den Kindertageseinrichtungen prägt. Dies ist die Antwort auf den starken Wunsch vor allem von Müttern, aber auch von Vätern, Erwerbsarbeit und Familie zu vereinbaren. Der Bund ist immer stärker in dieses Gebiet eingetreten, das früher von den Ländern, den Volkskirchen und der Kommunen geprägt wurde:

Kindertagesstättenarbeit findet in einem staatlich definierten Ordnungsrahmen statt, in dem die Träger eigenverantwortlich die Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege nach den §§ 22ff des Achten Buches Sozialgesetzbuch – Kinder- und Jugendhilfe – verwirklichen. Die Träger sind vor allem die beiden Volkskirchen, teilweise mit besonderen Formen der Organisation (gGmbH), die Städte und die Gemeinden als kommunale Träger, aber auch Wohlfahrtsverbände wie die Arbeiterwohlfahrt oder die Parität. Vereinzelt treten auch Elterninitiativen oder auch gewerbliche Träger auf.

Es gibt einen bundesgesetzlich verbrieften Anspruch auf frühkindliche Erziehung, Bildung und Betreuung, aber keine flächendeckende staatliche Infrastruktur, um diesen Anspruch einzulösen.

In den 1990er Jahren rückte die Kindertagesstättenarbeit auch bei den kirchlichen Leitungsorganen immer stärker in das Blickfeld. Grundlegend war hier die Erklärung des Rates der EKD aus dem Jahre 2004 „Wo Glaube wächst und Leben sich entfaltet. Der Auftrag evangelischer Kindertageseinrichtungen.“ Hieran knüpft die aktuelle „Handreichung“ an: „Wir erleben zurzeit eine grundlegende Veränderung – ja einen Paradigmenwechsel – im Aufwachsen von Kindern. Die bisher überwiegend im Kontext der Familie verbrachten ersten Jahre des Aufwachsens und der frühen Bildung werden mehr und mehr zu einer institutionalisierten Form der Kindheit, die in Betreuungseinrichtungen verbracht wird“ heißt es dort einleitend. Dabei werden folgende Merkmale identifiziert:

Die evangelische Kirche mit ihrer Diakonie, so die „Handreichung“, gehört zu den prägenden Institutionen der deutschen Bildungslandschaft in der Arbeit mit Kindern im Elementarbereich. Zum Stichtag 1. März 2018 befanden sich in knapp 9.000 Kindertageseinrichtungen mit gut 600.000 Plätzen in evangelischer Trägerschaft. Dies entspricht einem Anteil von 16 Prozent aller Kindertageseinrichtungen. Und in St. Arnual gibt zwei Evangelische Kindertagesstätten: die Friedrich-Oberlin-Kindertagesstätte in der Arnulfstraße (sboberlin@evkita-saar.de) und die Melanchthon-Kindertagesstätte in der Rubensstraße (meki-sb@web.de). Damit ist die evangelische Kirche mit ihrer Diakonie drittgrößter Träger nach den öffentlichen Trägern (vor allem: Städte und Gemeinden) und den katholischen Trägerschaften. Zu beobachten ist, dass angesichts der gestiegenen Anforderungen an die Kindertagesstättenarbeit immer weniger die örtlichen Kirchengemeinden Träger sind, sondern vermehrt evangelische Trägerverbünde. Evangelische Kindertageseinrichtungen wenden sich an alle Kinder, unabhängig ihres Bekenntnisses: „Die Gleichzeitigkeit von evangelischer sowie religionspluraler Profilierung sind keine Gegensätze, sondern Ausdrucksformen religiösen Lebens in multireligiösen Gesellschaften“, so die „Handreichung“.

Was sind die wichtigsten Anregungen und Forderungen der „Handreichung“?

Dr. Michael Franz

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